Kein Entweder-oder. Das Rückgrat ist eine deterministische Regel-Engine
(wenn Wallet X das tut → short; wenn User Z postet → long). Das LLM ist kein separates System,
sondern ein einsteckbarer Baustein an der Stelle „Bedingung" oder „Aktion" — und
genau dort benutzt es Tools. Schnell wo nötig, klug wo sinnvoll, deterministisch als Default.
Trigger → Bedingung → Aktioncondition/action = deterministisch | llmLatenz-Tiers pro RegelShadow-ModeEvent-Study-Validierungon-chain + social
Baut auf dem Fundament von
trader4.opent.dev (Mirror · Ledger · Guardrails · native Stops ·
Provisioner · Fleet) auf — dies ist nur der neue Kopf davor. trader4 bleibt unverändert.
01 · Warum dieser Kopf
Der Edge liegt in der Information, nicht im „gut traden"
Beim TA-basierten Futures-Trading gibt es keinen strukturellen Grund zu gewinnen — negativ-summe,
du zahlst Fees/Funding/Spread gegen den Anbieter. Event-driven ist eine andere Kategorie:
die Erwartung ist positiv, weil du schneller oder besser informiert bist als die Gegenseite.
Der Kostendrag bleibt — aber jetzt gibt es etwas, das ihn überkompensieren kann.
Wo der Edge real ist
Long-Tail: nischige, aber einflussreiche Accounts / kleine Tokens, die kaum jemand mit Bots überwacht.
MEXC ist dafür ideal — listet fast jeden Small-Cap als Perp (auf Binance gäbe's die gar nicht).
On-Chain schlägt Twitter bei Rugs: LP-Removal, Ownership-Change, Mint, Deployer→CEX sind vor jedem Tweet sichtbar, objektiv und via Webhook schnell.
Wo er nicht real ist
Große, liquide Namen & bekannte Accounts: Race gegen colocated HFT — verlierst du immer.
Datenzugang ist die eigentliche Arbeit: X-Firehose kostet; Telegram ist oft schneller. ~80 % des Aufwands.
Seltene Events → Statistik-Problem: breites Netz nötig, nicht ein Bot pro Signal.
02 · Das Modell
Eine Regel = Trigger → Bedingung → Aktion
Der Clou: Bedingung und Aktion sind je einzeln deterministisch oder LLM.
Damit lebt „LLM mit Tools" innerhalb der when-then Engine — als ein Regel-Typ, nicht als Parallelwelt.
Trigger (schnell) Bedingung (det|llm) Aktion (det|llm) Guardrails (immer det, final)
03 · Drei Regel-Typen, ein Framework
Von Millisekunden-Rug bis LLM-Agent
A · rein deterministischOn-Chain Rug → sofort shorthot path · ~ms
C · voller LLM-Agent + ToolsMehrdeutiges Signal → Agent recherchiert → entscheidetcold path · paar s
trigger: twitter.post { author ∈ watchlist_tier2 }
bedingung: [llm-agent · opus + tools]
tools = [tweet_lesen, onchain_liquidity, price_window, related_news]
-> { trade?, richtung, confidence, horizont, begründung }
aktion: [aus llm-output] — Richtung/Size/Horizont vom Agent,
danach von den Guardrails geclampt
Alle drei laufen durch dieselbe Guardrail-, Execution- und
Event-Stream-Schicht (siehe Diagramm). Der Universal-Tool-Layer (builtin·http·mcp) ist die Werkzeugkiste,
aus der die LLM-Bedingungen/Aktionen schöpfen — hier wird er zum Kern, nicht zum Beiwerk.
04 · Warum diese Struktur gewinnt
Eigenschaften, die herausfallen
Latenz-Tiers automatisch: pure det = ms, llm-gated = ~1s, llm-agent = paar s. Du wählst pro Regel.
Regel = Einheit für Backtest & A/B: jede Regel einzeln per Event-Study testen und vergleichen.
Shadow-Mode pro Regel: neue Regel läuft erst „beobachtend" (bewertet + loggt, tradet nicht). Live erst wenn Trefferquote überzeugt.
Reproduzierbar: LLM-Urteil (Prompt/Modell/Verdict) wird als Teil des Events geloggt.
Event-Study = ehrliche Validierung
Anders als LLM-TA ist das hier backtestbar: Signal @ T + Kursreaktion um T sind beide objektiv.
Historische Events sammeln (Account X postete @ T / On-Chain-Rug @ T)
Über die Stichprobe: Mittelwert signifikant? nach Fees/Slippage? Verteilung?
→ Edge schwarz auf weiß, bevor ein Euro fließt.
Ehrliche Warnung: deterministisch als Default, LLM als bewusste Opt-in-Ausnahme.
Der LLM-mit-Tools-Modus ist verlockend, aber langsam, teuer und non-deterministisch. Die Zuverlässigkeit lebt in
den deterministischen Regeln. LLM nur dort, wo Menschenurteil nötig ist (ist dieser Tweet wirklich bearish?) —
nicht als Standard-Hammer. Sonst hast du wieder den generischen LLM-Trader, nur mit mehr Schritten.
Latenz-Realität: Approve-Modus (Mensch im Loop)
killt den Speed-Edge — 30+ s = Edge weg. Für event-driven genehmigst du Accounts/Regeln vorab, nicht einzelne
Trades. Deine „granulare" Idee stimmt exakt: eine Watchlist, wo jeder Account/Token seinen Playbook trägt.
Nahtlos an trader4: ein Verdict, das feuert, erzeugt einen run und
läuft durch dieselbe Guardrail/Execution/Mirror-Kette. rules ist die Einheit für Shadow, Backtest und A/B.
On-Chain-Rug-Events historisch (LP-Removal etc.) gegen Kursreaktion
Ergebnis entscheidet, ob & wo Live-Infrastruktur lohnt kein Kapital-Risiko
2
Signal-Ingestion + Rule-Engine (Shadow)
live beobachten
Sources anschließen: on-chain webhook zuerst (objektiv, ownable), dann Telegram, dann X
Trigger→Bedingung→Aktion-Engine, alle Regeln im Shadow-Mode (bewerten + loggen, kein Trade)
Trefferquote / Latenz pro Regel messen, gegen die Event-Study spiegeln
3
Scharf: Paper → Real klein
auf trader4-Basis
Beste deterministische Regeln zuerst live (hot path), Guardrails + native Stops aus trader4
LLM-gated (haiku) als zweite Stufe, LLM-Agent (C) nur für ausgewählte mehrdeutige Fälle
Autonom mit vorab genehmigten Regeln · Kill/Flatten · Mini-Size ab ~100 $
4
Breites Netz + Fleet
Coverage
Watchlist auf hunderte Accounts/Tokens/Wallets skalieren (seltene Events → Volumen über Breite)
Verschiedene Bots = verschiedene Regel-Sets (A/B), fleet_correlation-Guard
Tool-Layer ausbauen (script/sub-agent) nur wenn die Zahlen es tragen
07 · Offen
Nächster Schritt: nenn mir 5–10 konkrete Accounts / Tokens / Wallets, dann baue ich zuerst das
Event-Study-Rig und wir sehen schwarz auf weiß, ob der Edge da ist — bevor eine Zeile Live-Infrastruktur entsteht.
Danach: on-chain oder social zuerst scharf?